h2 {font-family: 'Pacifico', cursive}

Welche externe Festplatte ist die ideale Reisebegleiterin für Filmemacher?

 

UPDATE (Februar 2018): Mir ist nach nicht einmal einem Jahr Nutzung meine LaCie abgeschmiert – zum Glück hatte ich weitgehend alles noch anderweitig gesichert. Seitdem nutze ich die Festplatte MyPassport von Western Digital, langfristiger Erfahrungsbericht wird nach angemessener Zeit folgen.


Datensicherung ist wichtig. Sehr wichtig. Das weiß im Prinzip auch jeder. Leider wird sie dennoch viel zu oft vernachlässigt. Auch ich muss gestehen, dass das Wort „Backup“ nicht gerade mein Filmemacherinnenherz höher schlägen lässt. Die Worte „Media Offline“ oder „Datenverlust“ lassen andererseits recht schnell mein Herz in die Hose rutschen. Kurz gesagt: Datensicherung ist nicht nur wichtig, sondern unumgänglich und wer nicht sichert, verhält sich nicht nur unprofessionell, sondern geht auch noch ein unnötiges Risiko ein. Mit der richtigen Software, um einen smoothen Sicherungsprozess zu gewährleisten, werde ich mich in einem anderen Beitrag beschäftigen. Hier soll es erst mal um die Hardware gehen, genauer gesagt um externe Festplatten. Insgesamt habe ich vor, neben meiner internen Festplatte bis zu drei Mal zu sichern: Auf einer externen Festplatte, in der Cloud und die ganz wichtigen Daten auch noch auf dem USB-Stick oder – je nach Größe und benötigter Verfügbarkeit – alternativ als Mailanhang. So weit zum Setting.

Um reisetauglich zu sein, muss die ideale Festplatte so einiges abkönnen: weder tropische Temperaturen noch hohe Luftfeuchtigkeit oder ein gelegentlicher Sturz aus geringer Höhe, sollten ihr etwas anhaben können. Daneben ist natürlich – wie bei jedem Gegenstand, den ich ein Jahr auf meinem Rücken herumtragen werde – das Gewicht ein entscheidender Faktor, wobei die Unterschiede zwischen den einzelnen Festplatten hier eher gering sind. Die Größe (2,5 Zoll) stand sowieso fest, auch damit die Platte auf jeden Fall keine externe Stromzufuhr braucht.

Nun zur Geschwindigkeit: Mir ist ein USB 3.0-Anschluss wichtig, denn beim Filmen fallen schnell größere Datenmengen an und da macht es einen Unterschied, wie schnell die Übertragung ist – und die ist bei USB 3.0 mit bis zu rund 5 GBit/s (theoretisch möglich, praktisch eigentlich nie erreicht) bis zu 10x schneller als bei USB 2.0. Auf andere Anschlüsse wie Thunderbolt und Firewire habe ich keinen Wert gelegt und da mein Laptop keinen USB-c-Anschluss hat, war mir auch dieser nicht wichtig.

Als letztes Entscheidungskriterium, musste ich mich zwischen SDD- und HDD-Festplatten unterscheiden. Hier stand schnell fest, dass die Wahl auf eine HDD-Festplatte fallen wird, denn bei den Datenmengen, die beim Filmen anfallen, muss die Festplatte ausreichend groß sein. Bei einer 1TB-Festplatte machte der Preisunterschied bei einem meiner Modelle in der engeren Auswahl bereits knapp 600 Euro aus… (110 Euro versus 690 Euro). Ich wollte mindestens 2 TB, bei dieser Größe gibt es im SDD-Bereich schon kaum mehr Auswahl bzw. nicht in meiner Preisliga. Außerdem sind HDD-Festplatten für Langzeitspeicherung besser geeignet.

Meine Auswahlkriterien für eine reise- und filmtaugliche externe Festplatte im Überblick:

  • Outdoor- und Reisetauglichkeit (Stoßfestigkeit, Temperatur etc.)
  • Mindestens 2 TB
  • USB 3.0-Anschluss –> bis zu 10x schneller als USB 2.0
  • HDD-Platte wegen Preis-/Leistungsverhältnis bei entsprechender Größe
  • Gewicht
  • Und last but not least: der Preis

 

Nun habe ich einige externe HDD-Festplatten in den Blick genommen, die diese Kriterien erfüllen. Vier 2 TB-Platten mit USB 3.0-Anschluss und in 2,5 Zoll habe ich schließlich in die engere Auswahl genommen und miteinander verglichen. Das waren:

  1. LaCie Rugged Mini*
  2. Adata HD 710M*
  3. Transcend Store-Jet Anti-Shock*
  4. Freecom Though Drive*

LaCie Rugged Mini 2 TB

Update am Seitenanfang und im Fazit beachten!

Zunächst zur LaCie Rugged. Mit den externen Festplatten von LaCie arbeite ich schon seit Jahren und war sehr zufrieden. Allerdings habe ich sie bisher auch noch nicht extremen Bedingungen ausgesetzt und vor allem als Backup-Platten benutzt und selten direkt auf ihnen geschnitten. Die LaCie Rugged Mini gibt es in vier Größen: 500 GB, 1 TB, 2 TB und 4 TB. Bei den drei größeren Varianten kostet 1 TB stets rund 40 Euro mehr. Die 2 TB-Platte liegt bei 142 Euro. Sie wiegt 227 Gramm und verfügt über einen Passwort-Schutz, was auf Reisen sicher kein überflüssiges Feature ist. Weiter kann man sie laut Herstellerangaben aus Höhen von bis zu 1,2 Meter fallen lassen, ohne dass etwas passiert. Die externe Festplatte wird damit beworben, „stoßfest, wasserdicht und druckfest“ zu sein. Die genauen Spezifikationen im Handbuch sind dann allerdings ernüchternd: Von Wasserfestigkeit ist hier nicht mehr die Rede, sondern es heißt stattdessen, dass man sie von Wasser fernhalten soll. Der zulässige Temperaturbereich liegt nur zwischen 5 °C und 30 °C, direkte Sonneneinstrahlung darf nicht stattfinden und die Luftfeuchtigkeit im Betrieb soll 80 % und ausgeschaltet 90 % nicht übersteigen. Das würde die LaCie Rugged Mini im Prinzip für die Tropen untauglich machen. Weiter ist die Kühlung nur bis 2.000 Höhenmeter geeignet. Zwar habe ich nicht vor, sie auf Vulkanbesteigungen mitzunehmen, andererseits sind 2000 Meter nun auch nicht besonders hoch – die kompletten 2,5 Wochen, die ich in Äthiopien verbracht habe, bin ich selten unter 2.000 Meter Höhe gewesen. Warum ich sie dennoch in die nähere Auswahl genommen habe: Im Handbuch steht weiter (gleicher Absatz), dass man die Festplatte in der Nähe von Computerbildschirmen etc. verwenden soll. Auch wenn ich damit völlig falsch liegen kann, ordne ich die Angaben zu den Temperaturen deshalb in die Rubrik „Hersteller will Haftungsschäden gering halten“ ein und nehme sie nicht zu wörtlich. Laut Herstellerangaben überträgt die LaCie Rugged Mini 2 TB mit 130 MBit /  s, was zwar weit von den theoretisch möglichen 5 GBit / s entfernt ist, aber in der Praxis einen recht guten Wert darstellt. Es ist allerdings anzunehmen, dass der vom Hersteller genannte Wert eher einen Spitzen- als einen Durchschnittswert darstellt. Die 1 TB-Version der Platte ereicht in diesem Youtube-Test immerhin 60 bis 90 MBit / s. Bei den Amazon-Bewertungen wird bemängelt, dass es teilweise Probleme beim Aufspielen der Software gibt und dass die Festplatte teilweise schnell (mehrere Monate bis mehrere Jahre) kaputt ging. Im Übrigen gibt es die LaCie Rugged nur in einer Farbkombination und zwar silbern mit orangenem Silikonrand.

Adata HD 710M 2 TB

Die zweite externe Festplatte in der Auswahl war die Adata HD 710M. Ich muss gestehen, dass die taiwanesische Firma Adata bisher an mir vorübergegangen ist. Die externe Festplatte von Adata soll wasserdicht, staubdicht und stoßfest sein. Der Werbeslogan „Wenn die Straße zurückschlägt“ klingt auf jeden Fall schon einmal vielversprechend. Ebenso die Tatsache, dass sie bis zu 60 Minuten in eineinhalb Meter tiefes Wasser getaucht werden kann, ohne Schaden davonzutragen. Auch die angegebene Betriebstemperatur von 5 °C bis 50 °C kommt den Temperaturen, denen ich die Platte aussetzen werde, schon wesentlich näher als bei der LaCie Rugged. Der Preis von 107 Euro für 2 TB ist ebenfalls verlockend und das Gewicht mit ebenfalls 227 Gramm völlig in Ordnung. Es gibt verschiedene Farben zur Auswahl, wobei diese teilweise teurer sind als 107 Euro für die schwarze bzw. schwarzblaue Version. Praktisch ist, dass das mitgelieferte USB-Kabel an der Platte selbst befestigt werden kann. Auf der Herstellerseite heißt es nur, dass Adat HD 710 M auch unter Extrembedingungen noch mit dem blitzschnellen USB 3.0-Anschluss läuft. Ich habe nur einen Test für die 500 GB-Festplatte gefunden, dort lag die Geschwindigkeit bei mageren 40 bis guten 80 MBit / s. Bei Amazon finden sich neben vielen positiven auch einige negative Bewertungen, in denen vor allem bemängelt wird, dass die USB-Buchse locker ist, die Silikonhülle nicht komplett fest verklebt ist und der Verarbeitungszustand ingesamt unzureichend.

Transcend Store-Jet Anti-Shock 2 TB

Die Transcend Anti-Shock gibt es für 98 Euro zu kaufen. Von Transcend habe ich bisher nur SD-Karten benutzt, mit denen ich zufrieden war. Das Gewicht wird mit 218 Gramm angegeben. Nettes Gimmick ist die Auto-Datensicherung per Knopfdruck. Farbvarianten: grau-neongrün; olivgrün-schwarz, hellblau-weiß, wobei die letzten beiden deutlich teurer sind. Schreib- und Lesegeschwindigkeit laut diesem Test  von PC-Welt zwischen soliden 50 und guten 100 MBit / s. Sie verfügt über ein stoßfestes Silikongehäuse, ist allerdings abgesehen davon nicht so robust wie die LaCie- und die Adata-Festplatten. Laut Benutzerhandbuch kann sie bei 5 bis 55 Grad verwendet werden. Amazon-Kunden und -Kundinnen berichten von Datenverlusten durch defekte Platten und Problemen mit dem USB-Controller. Insgesamt wohl eher was für den vorsichtigen Reisenden, der die externe Festplatte pfleglich behandelt.

Freecom Tough Drive 2 TB

Die Freecom Tough Drive ist für 137 Euro erwerblich. Sie wiegt 200 Gramm (laut diesem Test sind es 243 Gramm).  Die Festplatte hat ein integriertes USB-Kabel, was den Anschluss einerseits weniger schmutzanfällig macht, andererseits ist bei einem defekten Kabel dann leider auch die komplette Festplatte nicht mehr nutzbar. Sie hat laut PC-Welt-Test eine Schreib- und Lesegeschwindikeit von 50 bis 100 MBit / s. Bei Amazon gibt es aktuell (Stand: Februar 2017) nur fünf Rezensionen, die durchweg positiv sind. Für mich fällt die Freecom Tough Drive-Festplatte in eine ähnliche Kategorie wie die Transcend Store-Jet: robuster als normale Festplatte, aber nicht unbedingt reise- und outdoortauglich. Verfügbar ist sie in nur in Grau.

Fazit und Kaufentscheidung

Während die ersten beiden Festplatten in der Auswahl „richtige“ Outdoorplatten sind, scheinen die beiden letzteren eher robuste „normale“ externe Festplatten zu sein. Bleiben also die LaCie und die Adata in der engeren Auswahl. Der Preis spricht eher für die Adata-Platte, ebenso die Einsatzmöglichkeiten. Allerdings schrecken mich hier die negativen Erfahrungsberichte etwas ab. Diese gibt es zwar bei der LaCie auch, da ich aber mit meinen LaCie-Festplatten bisher keine Probleme hatte, erscheint mir dieses Risiko geringer. Weiter scheinen viele Fehler auf Softwareprobleme zurückzuführen zu sein, was mir behebar erscheint. Ich werde also der LaCie Rugged Mini 2 TB eine Chance geben und sie die nächsten Wochen ordentlich in die Mangel nehmen. Wenn sie den Härtetest nicht besteht, wird sie zurückgeschickt und gegen die Adata ausgetauscht.

Update: Inzwischen ist die Platte da. Sie ist wesentlich schmaler und leichter als meine alten viel kleineren Platten. Bisher läuft sie rund!

Update 2 (nach knapp vier Monaten): Sie läuft immer noch prima!

Update nach 11 Monaten: Die Platte ist tot! Sie röhrt noch vor sich hin, wird aber vom PC nicht mehr erkannt. Leider offensichtlich ein Problem, mit dem ich nicht alleine dastehe. Ich bin momentan auf die Festplatte MyPassport von Western Digital umgestiegen und werde berichten, wie diese sich auf der Reise macht. Der Preis liegt momentan bei 79 Euro für 2 TB.

Hier zwei Bilder der 250 GB, 750 GB und der 2 TB (die schmalste) LaCie-Festplatten:

 

*Bei den Links auf dieser Seite handelt es sich um sogenannte Affiliate Links. Wenn du über einen Affiliate Link ein Produkt bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Dich kostet es keinen Cent mehr, versprochen 😀