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Zwei Wochen auf einem Bauernhof in Patagonien im Süden Chiles – das Ziel: Land und Leute besser kennenlernen, Spanisch üben, die Natur genießen. Ich wohne bei einer alleinstehenden Bäuerin Anfang 60 zusammen mit Schafen, Alpacas, Hunden, Katzen, Hühnern, einer Sau und jeder Menge Erdbeeren. In unmittelbarer Nähe ragen die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Berge in die Höhe. Das Land ist rau, starker Wind ist an der Tagesordnung und das Wetter kann von einer Sekunde von Sonne zu Dauerregen wechseln. Englisch spricht hier niemand – perfekt, um meine sehr grundlegenden Spanischkenntnisse auszubauen. In einem Tagebuch habe ich meine Erlebnisse festgehalten.

Mein chilenischer Tierarzt-Freund hat geantwortet. Eine Sprachnachricht in einer Sprache, die Spanisch sein könnte. Ich verstehe kein Wort, aber die Bäuerin schon. Sie erklärt mir, dass er glaube, der Hund sei zuckerkrank. Sie ist wenig begeistert von dieser Diagnose und scheint auch nicht vorzuhaben, etwas gegen die Krankheit zu tun.

Ich google inzwischen, wie man Border Collies erzieht und frage meine Facebook-Freund*innen um Rat. Ich versuche Loco Sitz und Platz bzw. Sentado und Hechache beizubringen, aber während er sehr interessiert an meinen Leckerlis / Trockenfutter ist, scheint er eher immer zu raten, was ich von ihm wollen könnte und verschiedene Positionen auszuprobieren. Sein Lieblingsmove ist, sich auf den Boden zu werfen und mit einer Pfote über ein Ohr zu streichen und mich dabei mit herzerwärmendem Hundeblick anzuschauen.

Einer dieser „Durchatmen, Lächeln, Weitermachen“-Momente…

Währenddessen muss ich mich weiter an das teilweise raue Landleben gewöhnen. Als ich mir einmal Milch aus der Flasche im Kühlschrank hole, finde ich diese auf einer Schafsrippe liegen. Zwar sind meine anatomischen Tierkenntnisse nicht so weit fortgeschritten, dass ich anhand von Rippen das Tier erkennen könnte, von dem diese stammen, aber da es auf der Farm nun einmal Schafe gibt, liegt dieser Schluss nahe.

Es ist einer dieser „Durchatmen, Lächeln, Weitermachen“-Momenten, die es auf Reisen zu Hauf gibt und wenn ich nicht inzwischen Meisterin in dieser Taktik wäre, dann gäbe es auf jeden Fall viel mehr stressige Momente. Also nehme ich die Milchflasche brav von den Rippen herunter und lege sie in Ermangelung eines anderen Platzes auch nach der Benutzung wieder dorthin zurück.

Scones mit frischen Erdbeeren

Vormittags frage ich die Bäuerin, ob ich Scones machen soll. Denn so langsam habe ich Hunger und möchte etwas anderes als immer nur Brot essen. Sie stimmt zu und so backe ich leckere Scones, die ich mit frischen Erdbeeren verfeinere. Zum ersten Mal geht es heute auch aufs Erdbeerfeld, wo ich Erdbeeren pflücke – nur ein oder zwei Stunden, aber die ungewöhnliche Bewegung strengt trotzdem ganz schön an.

 

Heute haben wir die Nachbarn besucht, die auf der anderen Seite der Straße leben – also an der ungeteerten „Hauptstraße“, von der aus wir zum Hof abbiegen (du erinnerst dich: Gatter 1, Gatter 2, Gatter 3, Gatter 4…). Sie sind schon ziemlich alt und sehr nett. Die Frau freut sich riesig über meinen Besuch und ich bekomme leckere Pfannkuchen angeboten, die ich dankbar annehme. Dafür werde ich gebeten, das alte Handy der Nachbarn auf laut zu stellen, was mit meinen spärlichen Spanischkenntnissen gar nicht so einfach ist, aber mir am Ende doch gelingt.

Katzenliebe

Als wir uns auf den Weg zum Auto machen wollen, entdecke ich vor dem Haus vier Kätzchen, die übereinander gestapelt auf dem Boden sitzen. Ich stoße einen entzückten Schrei aus, was den Nachbarn veranlasst, eines der Kätzchen zu fangen und mir zu „schenken“. Nun bin ich großer Katzenbaby-Fan (wer kann diesen Augen schon widerstehen), aber eine Katze auf Reisen ist dann doch nicht so praktisch. Aber die Bäuerin versichert mir, dass sie gerne eine weitere Katze hätte und so nehme ich das kleine Fellbündel in die Arme und beruhige es soweit, dass ich es im Auto nach Hause bringen kann. Ich taufe das Katzenkind „Lobocita“, die weibliche Form von „Wölfchen“.

 

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