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Nach fast fünf Wochen in Asien war ich überrascht, dass ich im herbstlichen Montreal keinen größeren Kulturschock hatte. Im Gegenteil, das in bunten Farben erstrahlende, europäisch anmutende Montreal hat es geschafft, dass ich mich direkt heimisch gefühlt habe. Aber der Aufenthalt war nur von kurzer Dauer. Gerade lange genug, um mich für meine Expedition Richtung Osten einzudecken: eine warme Jacke, zwei Wollmützen, Handschuhe, Winterstiefel.

14 Stunden rollte der Zug immer weiter gen Osten in die kanadische Provinz

Abends um 19 Uhr fuhr mein Zug in Montreal ab und brachte mich langsam, aber beständig, immer weiter in die kanadische Provinz. Die Schaffnerin fragte bei jedem persönlich nach, wo man hinfuhr und hängte dann über den jeweiligen Sitz einen handgeschriebenen Zettel, auf dem in geheimer Abkürzung stand, wo man aussteigen wird.

Am nächsten Morgen erwachte ich und blickte schlaftrunken aus dem Fenster: überall Wasser, in welchem sich der farbenfrohe Herbst spiegelte. 14 Stunden später war ich dann in Bathurst angekommen. Meinen Cousin Matthias, der mich abholen kam, hatte ich schnell am anderen Ende des Bahnsteigs erspäht: Mit seinen fast zwei Metern überragte er die anderen Wartenden um mindestens eine Kopfeslänge. Aber das war nicht die einzige Besonderheit an seinem Aussehen. Fast zwei Jahre Kanada hatten ihn äußerlich verändert: Seine Haare fielen lang über die Schultern und über seinem grinsenden Mund thronte ein ansehnlicher roter Schnurrbart.

Zwei Wochen sollte ich in New Brunswick und Novia Soctia bleiben

Von Bathurst aus ging es mit dem Auto weiter. Fast eine Stunde lang fuhren wir am Meeresufer entlang nach Caraquet. Knapp zwei Wochen würde ich in den beiden Provinzen New Brunswick („Neubraunschweig“) und Novia Scotia („Neuschottland“) verbringen. Matthias ist ein ausgezeichneter Koch und so wurde ich mit leckeren Herbstgerichten wie Kürbisrisotto, bunten Salaten und Apfelmustorte nach dem Rezept unserer Großmutter verwöhnt.

Meine Bleibe mit dem passenden Namen „Wilderness“

 

Da das Haus von meinem Cousin und seiner Freundin Marie-Christine noch nicht bezugsfertig war und in ihrer vorübergehenden Bleibe, einem kleinen Einzimmerapartment mit gemütlicher Wohnküche, neben ihnen selbst bereits ein großer Hund und eine Katze wohnten, bezog ich einen Trailer auf dem – für deutsche Verhältnisse riesigen – Grundstück am Meer. Mit fünf Decken, Kirschkernkissen und Kirschkernschuhen (ja!) ausgestattet, zog ich mein Zuhause für die nächsten fünf Tage ein. Und zumindest die ersten beiden Nächte war diese Ausstattung auch nötig, denn nachts wurde es bitterkalt.

Orioniden und der Gefrierpunkt von Urin

Dafür erstrahlte am wolkenfreien Himmel die Milchstraße in voller Schönheit und die zu diesem Zeitpunkt über den Himmel segelnden Orioniden wechselten sich munter mit „gewöhnlichen“ Sternschnuppen ab. Der einzige Nachteil meiner Bleibe im Wohnwagen namens „Wilderness“ waren meine nächtlichen Ausflüge in das den Trailer umgebende Umland, bei denen ich stets halb erwartete, mich Auge in Auge mit einem Elch wiederzufinden. Im Zuge dieser Exkursionen ergab sich auch meine Recherche zum Gefrierpunkt von Urin, der, falls es jemanden interessieren sollte, tatsächlich unter Null Grad liegt.

Orientierungslos in fremden Gärten

Die Morgen waren dafür umso schöner, wenn ich mich erst einmal überwunden hatte, mich aus den dicken Schichten an Decken zu schälen und vor die Tür zu wagen: Die Sonne strahlte kalt, aber ohne sich unterkriegen zu lassen, vom Himmel, vor mir erstreckten sich mehrere hundert Meter herbstlich verfärbter Wiese und durch die Bäume am Rande des Grundstücks leuchtete das Meer blau auf. Bei meinem ersten morgendlichen Spaziergang am Meeresufer habe ich mich direkt verlaufen und konnte beim besten Willen nicht mehr erkennen, hinter welchen Tannenbäumen und Blaubeerfeldern sich „mein“ Grundstück befand.

Herbstfrühstück auf dem eigenen Grundstück

 

Ich irrte eine Weile durchs Gebüsch, bis ich mir eingestand, dass ich so nicht weiterkommen würde und beschloss, über fremden Boden zur Straße zu laufen, um mich orientieren zu können. Zunächst ging es durchs Gebüsch, denn die Wohnhäuser der in die Länge gezogenen Grundstücke liegen allesamt an der Hauptstraße und sind nicht an der dem Meer zugewandten Seite gebaut.

Kurz bevor ich das Haus erreichte, sah ich einen Mann, der gerade dabei war, einen Wohnwagen zu putzen und als ich mich näherte, hinter diesem verschwand, ohne mich gesehen zu haben. Ich wollte ihn nicht erschrecken und rief ein „Bonjour“ um die Ecke, gefolgt von einer hanebüchenen Entschuldigung auf Französisch, weil ich gerade durch sein Gelände spazierte. Er schien wenig überrascht zu sein, dass jemand plötzlich in seinem Garten auftauchte und aus dem Tonfall seiner Antwort erschloss ich, dass er nicht sauer war.

Französisch oder Englisch? Die Qual der Wahl

An dieser Stelle vielleicht ein Wort zur Sprache. Die Provinz New Brunswick – Provinzen heißen im Übrigen die Staaten in Kanada, wenn sie nicht gerade Territorien heißen, aber das ist eine andere Geschichte… – ist die einzige in Kanada, in der Englisch und Französisch gleichermaßen gesprochen werden, zumindest offiziell. Die Realität sieht allerdings ein wenig anders aus. New Brunswick unterteilt sich in vorwiegend englisch- oder französischsprachige Gebiete, wobei im nördlichen New Brunswick Französisch die Sprache der Wahl ist. Einige Bewohner*innen sind zwar beider Sprachen mächtig, reden aus Schüchternheit oder auch teilweise Stolz jedoch kein Wort der jeweils anderen Sprache. Man ist sich deshalb nie ganz sicher woran man ist, wenn man eine Unterhaltung beginnt.

 

In New Brunswick unterscheidet man zwischen „den Franzosen“ und „den Engländern“ und sieht so großzügig über die Tatsache hinweg, dass die Kolonialisierung schon vor schlappen 500 Jahren (Frankreich) bzw. 250 Jahren (England) begann. Echte Zweisprachigkeit schien es zu meinem Erstaunen nicht zu geben, sondern man ist entweder in eine „französische“ oder in eine „englische“ Familie geboren und sieht das Erlernen der jeweils anderen Sprache eher als notwendiges Übel denn als eine Bereicherung an.

Eine – allerdings aus dem noch vehementer die frankophone Kultur fördernden Quebec stammende – Kanadierin, die ich auf Reisen kennenlernte, erklärte mir in einem Kauderwelsch aus Französisch, Englisch und Spanisch, dass es in ihrer Generation zur Rebellion gegen die englische Besetzung gehörte, kein Englisch zu lernen – was ihr heute das Leben erschwert.

Zweierlei Arten von Touristen

Aber zurück zu meinem Besuch in fremden Gärten. Ein Grund, warum der Mann wenig überrascht von meinem plötzlichen Erscheinen auf seinem Grundstück gewesen ist, könnte auch darin liegen, dass es im ländlichen Kanada aufgrund der Größe der Grundstücke so gut wie keine Gartenzäune gibt und ich mit meinem deutschen Akzent sofort als exotische Touristin herausgestochen bin. Es gibt laut meinem Cousin nämlich zwei Arten von Tourist*innen in New Brunswick: Nicht-Kanadier (diese werden sehr neugierig und warm willkommen geheißen) und Quebecois(e), die zum Teil weniger gern gesehen sind, da sie eine großzügige Auffassung von Eigentum besitzen – das legen zumindest die Geschichten nahe, die mir erzählt wurden.

So fanden sich im Grundstück von Matthias und Marie-Christine immer wieder Touristen aus Quebec, die mit Begeisterung Blaubeeren pflückten. Darauf hingewiesen, dass sie sich auf Privatterrain befänden, erwiderte eine Touristin unwirsch, dass sie angenommen hatte, noch auf dem Campingplatz zu sein. Der Witz ist nun, dass zwischen dem Campingplatz und besagtem Grundstück sogar noch ein weiterer Nachbar wohnt, dessen Gebiet – wenn auch nicht durch einen Zaun abgetrennt – dennoch durch einen anderen Standard der Rasenpflege problemlos als solches erkennbar ist.

Mein Gemüse, dein Gemüse

Eine andere Geschichte bezeugt diese unrühmliche Eigenschaft sogar noch mehr. Mir wurde erzählt, dass eine Quebecoise in den privaten – und umzäunten! – Gemüsegarten des Campingplatzeigentümers eingedrungen war und dort fleißig Kartoffeln erntete. Vom Besitzer daraufhin gewiesen, dass er sein Gemüse selbst brauche, kam die schnippische Antwort: „Ich brauche es auch!“.

Wo wir gerade bei Gemüse sind: Am ersten Abend war ich mit einem Cousin – Marie-Christine hatte Nachtschicht im Krankenhaus – bei Freunden auf einem Gemüsebauernhof zu einer Party eingeladen. Diese entpuppte sich als gemütliches Beisammensein unter Freunden, bei dem gesungen, musiziert, gegessen und gelacht wurde. Glücklicherweise wurde Englisch gesprochen, so dass ich mich auch unterhalten konnte.

Vom Gastgeber bekam ich eine Privatführung durchs Haus, denn neben dem Bauernhof ist seine zweite Passion die Malerei und nicht nur das Atelier, sondern auch der Rest des Hauses, waren voll mit seinen Bildern.

Ein weiterer Gast galt als verschollen, bis er zu später Stunde alkoholisiert und mit Gummistiefeln und Anglerhose im Türrahmen stand

Ein weiterer Gast, nennen wir ihn Olivier, der bereits früher am Abend erschienen war und sich dann vorübergehend zum Angeln verabschiedet hatte, galt als verschollen, bis er zu später Stunde alkoholisiert und mit Gummistiefeln und Anglerhose im Türrahmen stand. Er teilte mir mit, dass es ihm leid tue, dass er nach Fisch rieche, um sich direkt im Anschluss bei meinem Cousin zu erkundigen, ob alle seine Cousinen so hübsch wären wie ich.

Die Begegnung wurde noch lustiger, als er anfing mit französischen Akzent Witze zu erzählen, die meinen Cousin tadelnd die Luft einziehen ließen, worauf Olivier uns mitteilte, dass er sich wirklich stark bemüht hätte, keine sexistischen Scherze zu machen.

Die Männer: Zwischen übermäßiger Aufmerksamkeit und Nicht-Beachtung

Überhaupt – die Männer: Soviel Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts wie in New Brunswick habe ich bisher noch auf keiner Reisestation erlebt. Wow! Nun weiche ich mit meinen blonden Haaren und global betrachtet relativ großer Körpergröße optisch vielleicht tatsächlich etwas von der Durchschnittsfrau aus New Brunswick ab, aber das alleine scheint mir als Grund nicht zu genügen.

Interessanterweise war diese Aufmerksamkeit zum einen sehr deutlich und explizit, zum anderen aber meist nicht direkt an mich gerichtet. So konnte es durchaus vorkommen, dass ein Bekannter meines Cousins mich während eines zehnminütigen Gesprächs – obwohl ich direkt neben ihm stand – beharrlich ignorierte und keines Blickes würdigte und dann mir dann über Matthias ein Kompliment wegen meines Aussehens zukommen ließ.

Roadtrip mit der ganzen crazy Crowd

 

Mit der Weiterreise nach Nova Scotia war es mit dieser Art der Beachtung dann wieder vorbei und ich muss gestehen, die erste Zeit schmerzte schon ein wenig. Zum Glück hatte ich zwei Tage im Auto Zeit, mit dem Verlust an Aufmerksamkeit klarzukommen. Den ersten Teil unseres Roadtrips bestritten wir zu fünft, bis wir Hund und Katze bei Verwandten untergebracht hatten.

Zahlreiche Warnschilder am Straßenrand bezeugten das Vorhandensein von Elchen

Dann ging es weiter Richtung Süden. Ich hoffte, vom Auto aus einen Elch zu sehen, denn die zahlreichen Warnschilder am Straßenrand bezeugten deren Vorhandensein. Allerdings bedeutete dies auch eine beständige Gefahr, vor allem in der Dämmerung.

Und meine Freunde warteten direkt mit einer unglaublichen Geschichte auf. Vor Jahren nahmen sie auf dem Weg von Montreal nach New Brunswick mit dem Auto eine Abkürzung. Die Art von Abkürzung, bei der zwei Stunden lange nichts als Bäume und Schlaglöcher zu sehen sind und man weder Radio- geschweige denn Handyempfang hat. Die Art von Abkürzung, die einem im Sommer ein ordentliches Stück Straße erspart. Und die Art von Abkürzung, die man im Winter tunlichst vermeiden sollte.

 

Schnell fanden sie sich mitten im Nirgendwo auf einer vereisten und verschneiten Straße wieder. Und dann tauchte eine Elchmama mit ihren beiden Kiddies auf. Eines der Elchbabys versuchte, vor dem Auto wegzurennen. Und legte dabei in bester Comicmanier eine Bauchlandung hin, indem alle vier Füße gleichzeitig wegrutschten.

Aber im Ernst: Das hört sich lustiger an als es ist. Kollisionen mit Elchen gehen leider häufig tödlich aus. Für beide Seiten. Als Tipp gaben mir Marie-Christine und Matthias mit: Beifahrersitz nach hinten lehnen. Aufgrund ihrer Größe werden bei einem Unfall im Normalfall nur die Beine des Elchs angefahren, was den schweren Körper (ein männlicher Elch wiegt mehr als eine halbe Tonne) mit voller Wucht auf Windschutzscheibe und Dach prallen lässt. Je tiefer man liegt, desto besser…

Zu Besuch beim Auswanderer Frank auf einem Bauernhof im Wald

Wir kamen jedoch um jede Art der Begegnung mit einem Elch herum – weder um eine freundliche, noch eine gefährliche. Dafür sahen wir haufenweise Exkremente von Elchen, als wir auf dem Weg in den Süden einen Freund besuchten. Nennen wir ihn Frank. Frank wohnt seit ungefähr 25 Jahren auf einem ziemlich abgelegenen Bauernhof. Bei einem Spaziergang durch seinen Wald sahen wir zudem die Hinterlassenschaften von Bären, die der Größe ihrer Haufen nach zu beurteilen selbst nicht gerade klein sein konnten.

Frank kommt aus Deutschland und ist auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Kanada ausgewandert. Seinen Bauernhof hat er zunächst mit seiner Familie und später alleine bewirtschaftet. Er verwöhnte uns mit Salat aus Karotten und roter Beete aus dem eigenen Garten und servierte dazu Pfannkuchen, Gorgonzola und Wein. Ich konnte meine Neugier mal wieder nicht zügeln und fragte indiskret nach, wo er denn seine deutsche Freundin, von denen mehrere Bilder im Raum standen, kennengelernt hätte. Schließlich lebte er nicht gerade in nächster Nähe zu sozialen Establishments…

Lagerfeuer à la Kanada

 

Die Antwort erstaunte mich dann doch nicht schlecht: Mr. Zuckerberg hatte sie ihm ein paar Mal als Freundin vorgeschlagen und so hat er kurzerhand die Initiative ergriffen und sie angeschrieben. Mit unbeabsichtigtem Ausgang. Aber durchaus erfolgreich, würde ich sagen.

Am nächsten Morgen winkten wir dem vor seinem Holzhaus stehenden Frank noch ein letztes Mal zu, bevor wir weiterfuhren. In Nova Scotia führte eine Brücke von der einen Halbinsel auf die Kap-Breton-Insel hinüber. Aufgeregt rief ich meinen beiden Mitreisenden zu, dass ich Delfine in der Bucht gesichtet hatte. Leider gab es auf der Brücke keine Möglichkeit anzuhalten, aber mein Post-Delfinsichtungs-Glücksgefühl stellte sich dennoch ein.

In Syndey, Novia Scotia

Wir erreichten unser Ziel Sydney auf Cape Breton nach Anbruch der Dämmerung. Da die Marie-Christine hier eine zweitätige Fortbildung besuchte, hatte sie für uns ein Hotelzimmer gebucht – das erste seit Anbruch meiner Reise vor genau einem halben Jahr. Wir machten Gebrauch von all den Annehmlichkeiten, die ein Hotel zu bieten hat: Sauna, Whirlpool, Fitnessstudio, Dachterrasse, Frühstücksbuffet – und orderten Pizza aufs Zimmer. Die Pizzen waren so groß, dass wir notgedrungen noch drei Tage davon aßen (leider konnte der Geschmack nicht mit ihrer Größe mithalten…).

Sydney ist ein etwas verschlafenes Städtchen, bei dem sich die Einwohnerzahl zu verdoppeln scheint, wenn eines der großen Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegt. Die Hauptattraktionen bestehen aus einer übergroßen Violine, die als Wahrzeichen am Hafen thront, sowie einem Hybrid-Touribus, der sowohl an Land fahren als auch im Meer schwimmen kann. Es ist die Art von Ort, an dem es sonntags schwer ist, irgendwo einen Kaffee zu bekommen.

Das war aber auch nicht weiter schlimm, denn mit meinem Cousin machte ich bei strahlendem Sonnenschein einen Ausflug zur Festung von Louisbourg. Außerdem schaffte ich es, ihn zu einer kleinen Acroyoga-Session zu überreden, damit ich endlich mal wieder fliegen konnte (falls du nicht weißt, was Acroyoga ist und wie ich dazu kam, lies es hier nach).

Dutzende von Delfinen tummelten sich vor uns in der Bucht

Ein Highlight gab es dann auf dem Weg nach Halifax, von wo aus mein Weiterflug in die USA startete. Als wir wieder über die bereits erwähnte Brücke zwischen der Kap-Breton-Insel und dem Rest von Novia Scotia fuhren, blickten wir mit wenig Hoffnung aufs Meer, um eventuell noch einmal Delfine zu sichten. Zunächst war bei der bleigrauen Masse an diesem Regentag nichts zu sehen. Dann deutete mein Cousin aufgeregt in Richtung der ersten Schwanzflossen. Und schon sahen wir die nächsten.

 

Wir konnten es kaum glauben, stellten uns vor das Auto in den Regen (zum Glück gab es auf dieser Seite der Brücke die Möglichkeit, zu parken) und schauten fassungslos auf die Bucht, in der sich Dutzende von Delfinen tummelten. Doch es sollte noch besser kommen!

Während sich direkt vor uns die Delfine in die Höhe schraubten, dümpelten im Hintergrund zwei Wale

Ein wenig weiter weg ragte eine Wasserfontäne in die Höhe: der Blas eines Wals. Dann wurde ein großer Körper an der Wasseroberfläche sichtbar. Während sich direkt vor uns die Delfine in die Höhe schraubten, dümpelten im Hintergrund zwei Wale! Ich tippe auf Atlantische Weißseitendelfine und Minkwale. Kurz bevor wir weiterfuhren – irgendwann wurde es doch recht kalt, im Regen und Wind zu stehen – flatterte dann noch zwanzig Meter von uns entfernt eine Pektoralflosse eines Wals schlangengleich durch die Luft.

Was bleibt? Tolle Erinnerungen an fantastisches Essen, das mir einen guten Sprung auf der Waage nach oben besch(w)ert hat – den ich auf meiner nächsten Station in Colorado noch weiter ausbauen sollte -, rote Blaubeerfelder, soweit das Auge reicht und wundervolle Gespräche über das Leben, die Liebe und die Lust.

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