h2 {font-family: 'Pacifico', cursive}

Ohne Visum kein Flug

Hong Kong International Airport, gut zwei Stunden vor Abflug. Die Self-Check-In-Maschine benachrichtigt mich, dass ich nicht einchecken könnte, weil ich kein Visum hätte. Phhh, denke ich, das habe ich doch gestern noch erledigt. Denkste. Nämlich nur für die USA. Dass ich für Kanada auch ein ETA brauche, war mir nicht in den Sinn gekommen.

Gestern Abend war ich bereits schon einmal durch eine Adrenalinhochphase gegangen, als mich meine deutsche Zimmernachbarin im Hostel darauf hinwies, dass man auch für einen Transfer in den USA ein ESTA bräuchte. Auf die Idee wäre ich im Traum nicht gekommen.

Es folgte eine unruhige halbe Stunde, in der ich das Visumsformular ausfüllte, bestätigte, dass ich kein Interesse an der Verübung terroristischer Straftaten habe, die Namen meiner Eltern eintrug und dafür – was für eine Erleichterung – bereits einige Minuten später mit einem Visum belohnt wurde.

Das kann mämlich auch schon mal ein paar Tage dauern und bei mir waren es nur noch 16 Stunden bis zum Abflug. Das passiert mir so schnell nicht wieder, dachte ich. Auch hier kann ich nur sagen: Denkste.

Zunächst war ich also gar nicht beunruhigt, dass die Eincheckmaschine zickte. Sondern stellte mich brav in die Schlange am Check-In. Dort las ich mir den Zettel, den der Automat bei der Verweigerung ausgespuckt hatte, noch einmal näher durch. Und sah, dass es um das Visum nach Kanada ging. Auf die naheliegende Idee, mich dahingehend gestern auch noch zu informieren, war ich natürlich nicht gekommen.

Und: Ohne Visum kein Flug. So einfach ist das.

Ich mogelte mich wieder aus der Schlange und ließ mich etwas zittrig auf einer Wartebank nieder. Mein Computer kam nicht ins Flughafen-Wlan, also rief ich mit dem Handy die Seite des kanadischen ETA-Antrags auf.

Kurz vor dem Abschicken klickte ich auf einen Informationsbutton und wurde wieder an den Anfang zurückbefördert. Also noch einmal von vorne. Notgedrungen trug ich bei „aktueller Job“ arbeitslos ein und hoffte, dass dies kein Grund war, dass mein Antrag eingehender geprüft würde. Dann ging es ans Bezahlen, sieben kandadische Dollar.

Zum Glück bekomme ich bei N26 direkt eine Push-Nachricht aufs Handy und so sah ich, dass die Bezahlung durchgegangen war, auch wenn die Seite sich nach dem Bezahlen aufgehängt hatte.

Ein Blick ins E-Mailfach lies mein Herz wieder im normalen Takt schlagen: Das Visum war bereits da!

Dieses Erlebnis war mir auf jeden Fall eine Lehre. Es ist ein großes Privileg mit deutschem Pass zu reisen (dazu werde ich bald einen eigenen Beitrag schreiben) und in letzter Zeit bin ich etwas nachlässig mit meinen Visumsvorbereitungen geworden.

Meist schaue ich nur beim Abflug einmal nach, ob ich ein Visum brauche und checke das am Flughafen dann – meist leicht nervös – noch eimal kurz gegen. Für dieses Mal ist alles gutgegangen, aber in Zukunft werde ich mich besser informieren.

Live aus Hong Kong – Marlies

There are no comments so far

Leave a Comment

Keine Sorge. Ich schicke keinen Spam.

Don't worry. We never use your email for spam.

*