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Reiseinformationen

Rauf auf den Rinjani – alle Infos zur Vulkanbesteigung

 

Eine Besteigung des aktiven Vulkans Rinjani in Lombok kann zum Highlight deiner Indonesien-Reise werden. Oder zum Tiefpunkt. Je nach körperlicher Verfassung, Gruppe und Touranbieter. Hier erfährst du, wie du dich am besten auf den Anstieg auf 3726 Meter vorbereitest.

Wo buchen?

NICHT im Internet. Die Touren sind häufig wesentlich überteuert und auch ohne großartiges Verhandlungsgeschick wirst du beim Buchen vor Ort wesentlich günstigere Preise bekommen (falls du trotzdem online buchen willst: unbedingt sicherstellen, dass der Touranbieter auch tatsächlich existiert und die Website kein Fake ist!). Ich habe meine Tour in Kuta Lombok gebucht. Von Sengiggi aus bekommst du wahrscheinlich bessere Preise, weil die Anfahrt näher ist. Die meisten Anbieter selbst sind in Senaru ansässig, das heißt man kann auch direkt dort buchen. Aber: Wenn du über eine Agentur in dem Ort bucht, in dem du gerade bist, wird sowohl die Anfahrt für dich organisiert als auch die Rückfahrt nach Bangsal (Hafen zu den Gili Islands), Sengiggi oder Mataram. Beide Fahrten sind normalerweise im Preis inbegriffen, nur für weiter entfernte Orte wie Kuta Lombok musst du einen Aufpreis zahlen. Außerdem ist meist die Nacht vor dem Trek in Senaru mit im Preis inbegriffen. Das erspart dir, bereits am ersten Tag des Treks sehr früh morgens aufzustehen, um dich vor Ort bringen zu lassen. Es gibt einige Berichte von Scheinagenturen in Padang Bai (Bali) – von denen auch lieber die Finger lassen…

Wann buchen?

Am Vortag klappt meistens noch, ist aber etwas knapp. Zwei bis drei Tage vorher sind besser. Wochen im Voraus zu buchen, würde ich eher nicht machen. Dass alle Touren verschiedener Anbieter ausgebucht sind, kann ich mir nicht vorstellen.

Bei wem buchen?

Die Frage aller Fragen… Ich hatte das Gefühl, neben mir hatte sich aus meiner Gruppe nur eine andere Teilnehmerin Gedanken gemacht, mit welcher Tourgesellschaft sie die Wanderung macht. Ich habe in Kuta Lombok mehrere Angebote eingeholt. Preislich gab es keine großen Unterschiede. Den ersten Touranbieter habe ich gegoogelt und einstimmig sehr negative Erfahrungsberichte gefunden, weshalb ich mich dagegen entschieden habe. Bei den anderen beiden Angeboten war es nicht so einfach, Bewertungen zu finden. Die Touranbieter benutzen häufig sehr ähnliche Namen und auch mehr als einen (wie etwa Rinjani Adventures – Mount Rinjani Trekking). Ich hatte das Gefühl, dass man teilweise auf die falsche Fährte geführt werden soll und denken soll, dass die guten Bewertungen der Konkurrenten der eigenen Gesellschaft gelten. Dass ein Angebot teurer ist, bedeutet nicht unbedingt, dass es besser ist. Es gibt aber durchaus Unterschiede beim Komfort: Toilettenzelt ja / nein, Stühle und Tisch oder nur eine Matte oder Plane, Zustand der Zelte und Schlafsack, Sicherheitsvorkehrungen (Funkradio etc.), Umfang und Zustand der Leihkleidung und -schuhe. Das Problem ist, dass man vorher kaum verlässliche Informationen darüber einholen kann, was ein erwartet. Vor Ort in Sembalu oder Senaru geht das eventuell besser, aber darauf würde ich mich auch nicht verlassen wollen. Alle drei Agenturen (mit Agenturen meine ich kleine Shops in Holzverschlägen am Straßenrand) haben im Prinzip auf alle meine Fragen mit „Ja“ geantwortet. Du wirst also immer das zu hören bekommen, was man denkt, dass du hören willst. Das gleiche gilt für Fragen nach Gruppengrößen, Laufrichtung etc. Wenn du niemanden auftust, der die Tour gerade gemacht hat – und zufrieden war – musst du also irgendwann ins kalte Wasser springen und das Beste hoffen.

Wieviel kostet die Tour?

Das hängt von deinem Verhandlungsgeschick ab, dem Anbieter sowie der Jahreszeit (Hauptsaison = Juli / August = teurer) und ob du eine Gruppentour buchst oder einen eigenen Guide willst. Den günstigsten Preis, den ich gehört habe, waren 1.1 Millionen IRP (gute 70 Euro) für die Dreitagestour. Bei mir in der Gruppe haben die meisten zwischen 1.4 und 1.5 Millionen gezahlt, einige jedoch auch mehr. Nach oben gibt es insgesamt wenige Grenzen… (siehe Stichwort Online-Buchung). Ein Paar, das ich getroffen hatte, hatte für eine zweitätige Privattour insgesamt 3.4 Millionen bezahlt. Ich selbst habe 1.45 Millionen IRP (knapp 100 Euro) inklusive Transport von Kuta Lombok nach Senaru im Privattaxi. Ich hatte verhandelt, dass ich nur 300.000 als Anzahlung leiste – mehr kam mir für die Strecke unrealistisch viel vor. Da ich für den Shuttle-Bus zu spät dran war (wäre zehn Minuten nach meiner Buchung gefahren), musst ein extra Taxi für mich organisiert werden. Ich schätze, dass ich den Preis sonst noch einmal 50.000 bis 100.000 IRP herunterhandeln hätte können.

Was muss ich tragen?

Wenn du eine Tour gebucht hast: Dein eigenes Gepäck / persönliche Dinge, dein Wasser für den jeweiligen Tag, zusätzliches Essen (Schokoriegel!). Ich schätze mein Rucksack hatte je nach Schokoriegelvorrat und Wasserflaschenfülle um die fünf bis acht Kilo gewogen. Für die Gipfelbesteigung kann man alles nicht Benötigte im Basecamp zurücklassen.

Was gibt es zu essen?

Vor allem Reis und Nudeln. Und Eier. Dazu frisches Gemüse (Stangenbohnen, Karotten) und Ananas zum Nachtisch. Zum Frühstück Bananenpfannenkuchen. Das ist das Standardprogramm. Wir haben immer wieder neidisch auf die Personen geschielt, die entweder eine Luxustour gebucht haben oder einfach Glück hatten und bereits zum Frühstück Burger mit Pommes (wir hatten immerhin einen Gipfelanstieg hinter uns!) serviert bekamen. Teilweise sah das Essen der anderen Gruppen wirklich toll aus.

Die Standardversion…

 

…und die fancy food-Version.

 

Kann ich den Rinjani auch ohne Touranbieter besteigen?

Ja, auch das ist möglich. In der Hauptsaison ist der Weg nicht zu verfehlen. Du musst dich vorher im Büro in Sembalun registrieren und 150.000 IRP (10 Euro) für den Besucherpass plus 10.000 IRP für die Versicherung (ich bin nicht sicher, was diese abdeckt) zahlen. Informiere dich vorher, wo es Wasser gibt und bringe im Zweifelsfall genügend für alle Tage mit. Stelle dich außerdem darauf ein, mit viel Gepäck (Zelt, Schlafsack, Matten, Schaufel ev. Kocher, Nahrung) wandern zu müssen.

 

Was einpacken?

Ich habe mein Gepäck – abgesehen von meiner Spiegelreflexkamera – möglichst klein gehalten. In meiner Gruppe war nur ein Teilnehmer, der einen kleineren Rucksack hatte. In welchem lustigerweise die gleiche Kamera steckte. Ich bin nicht sicher, was er darüber hinaus überhaupt dabei hatte… Getragen habe ich meine Sachen in einem faltbaren 25l-Rucksack*. Leider ohne Hüftgurt und nicht wasserdicht, dafür sehr leicht (234 Gramm).

Hier ist meine Liste:

Zum Anziehen

  • Eine lange Yogahose (vom Touranbieter geliehen);
  • eine Jogginghose (vom Touranbieter geliehen);
  • eine Fleecejacke;
  • eine Regenjacke (vor Ort gekauft, es gab einen billigen Müllsackponcho für 1 Euro oder ein besseres Set mit Regenrock! für 5 Euro: regendicht, aber nicht atmungsaktiv – besser mitbringen);
  • ein Langarmshirt;
  • zwei T-Shirts (eines zum Wandern, eines zum Schlafen);
  • Turnschuhe* oder leichte Wanderstiefel;
  • Sarong (als Schal und als Sonnenschutz);
  • zwei Paar Socken (das erste war nach dem Gipfelanstieg an den großen Zehen beidseitig durchlöchert);
  • zwei paar Unterhosen;
  • ein Sport-BH;
  • eine Cappy als Sonnenschutz;
  • eine Mütze (vor Ort gekauft für 2 Euro);
  • Handschuhe (vom Touranbieter geliehen – ich hatte bereit, nicht die dickeren genommen zu haben)

 

Hygiene & Co

  • Klopapier (der Guide hatte welches zum „Leihen“, aber ich bin nicht sicher, ob es für alle gereicht hätte)
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Sonnencreme
  • Sonnenlabello
  • Feuchttücher (10er Pack im Minimarkt auf Lombok gekauft)st
  • Wasserpurifikationstabletten* (ich habe meine vorsichtshalber benutzt, war aber die einzige)

 

Technisches

 

Weitere Dinge

  • Pass
  • Minigeldbeutel mit Kreditkarten
  • Geld für Kekse & Softdrinks unterwegs sowie Trinkgeld für Guide + Porter
  • Brille und Etui
  • Sonnenbrille und Etui
  • Plastiktüten als Regenschutz

 

Essen & Trinken

  • 6 Waffelriegel
  • 6 Schokoriegel
  • 1 gr. Packung Erdnüsse
  • 1 Packung Orion-Kekse
  • 1 kl. Flasche Wasser
  • 1 gr. Flasche Wasser (abends haben wir immer neues Wasser bekommen)
  • 1 Flasche Isodrink
  • 1 Flasche Eistee

 

–> Schokoriegel und Nüsse am besten in einem größeren Ort kaufen nicht in Senaru wegen Auswahl und Preis

Dabei gehabt und nicht benutzt

  • Moskitoschutz (ich habe keine Moskitos gesehen, weiter oben ist es sowieso zu kalt)
  • Bikini (nicht benutzt, weil wir weder im Kratersee noch in den Hot Springs baden waren)
  • Mini-Mikrofaserhandtuch* (ebenfalls nicht benutzt)
  • Ohropax
  • Ibuprofen (gegen Schmerzen), Vomacur (gegen Übelkeit), Kohletabletten (bei Durchfall), 1 Hitzepflaster, 1 Not-Tampon
  • Inear-Kopfhörer*
  • Ca. 4 Schokoriegel (habe ich gerne als Notreserve umsonst mitgeschleppt)

 

Eventuell sonst noch nützlich

  • Flip Flops (vor allem, wenn du richtige Wanderstiefel zum Laufen anhast)
  • Bandana-Kopfband (ich hatte meines vergessen…)
  • Regenschutz für Rucksack
  • Deo (Rolldeos können weiter oben auslaufen)
  • Pflaster (zur Eigennutzung oder um neue Freunde zu machen – Guide hatte keine dabei)

 

Wann gehen?

Außer in der Hauptregenzeit (Januar bis März) bieten die meisten Touranbieter das restliche Jahr über Treks an.

In welche Richtung laufen?

Prinzipiell kann die Tour in beide Richtungen unternommen werden – von Senaru nach Sembalu oder andersherum. Fast alle Dreitages-Touren starten in Sembalun (auch wenn ihr die Nacht vor der Tour in Senaru übernachtet). Die Vorteile darin, von hier zu starten sind zum einen, dass man etwas höher startet und etwas tiefer ankommt (also insgesamt 300 Höhenmeter weniger hoch- und mehr heruntermuss) und dass die Gipfelbesteigung bereits am zweiten Tag ist, wenn man noch etwas mehr Kräfte hat. Der Vorteil der anderen Richtung ist, dass der erste Tag vor allem durch den Regenwald führt, was bei sonnigem Wetter nicht ganz so heiß ist. Dafür hat man am dritten Tag dann die Gipfelbesteigung und von dort aus 2.800 Meter zum Teil sehr steilen und rutschigen Abstieg. Die Zweitages-Touren mit Gipfelbesteigung starten und enden in Sembalun.

Wie fit muss ich sein?

Du solltest entweder ziemlich fit sein. Nicht unbedingt Iron-Woman fit, aber schon eher auf der sportlichen Seite. Oder einen unbändigen Willen mitbringen. Die Kombination aus beidem ist am besten. Gutes Equipment hilft, vor allem eingetragene Schuhe mit Profil (!). Turnschuhe reichen oder leichte Wanderstiefel. Trittsicherheit sollte vorhanden sein. Ich habe leichte Höhenangst und hatte keine Probleme, trotzdem mitbedenken. Wer keine 15 Kilo auf dem Rücken hat, wird es zudem um einiges leichter haben. Geringeres Eigengewicht hilft ebenfalls. Alle aus unserer Gruppe (auch die mit Turnschuhen ohne Profil), die den Versuch gestartet haben, haben es zum Gipfel geschafft. Allerdings ist eine Teilnehmerin wegen Knieproblemen bereits am ersten Tag nach einer Stunde umgekehrt, drei weitere Teilnehmer*innen haben nur eine Zweitagestour gebucht und den Gipfel direkt ausgelassen und ein weniger fitter Teilnehmer hat es auch gar nicht erst gewagt. Wenn du bereits am ersten Tag an dein Limit kommst, gibt es immer die Option, nicht zum Gipfel zu gehen und mit dem Rest der Gruppe nach dem Frühstück vom Basecamp aus weiterzulaufen.

Deine Schuhe sollten eingetragen sein, aber noch funktionstüchtig…

 

Was für unschöne Seiten gibt es?

Den überall herumliegenden Müll. Leider. Die Picknickstellen sowie die Camps sind teilweise komplett vermüllt. Trage selbst nicht dazu bei, indem du alles, was du mit in den Nationalpark hineinbringst, auch wieder herausträgst. Und vielleicht ab und an ein Stück extra Müll aufsammelst.

Besonders die Camping- und Picknickstellen sind voller Müll

 

Und ähm… wo gehe ich aufs Klo?

Die meisten Touranbieter haben ein Klozelt dabei. Dies wird mal mehr, mal weniger nah an den Schlafzelten aufgebaut (am ersten Tag circa zwei Meter entfernt…) und besteht aus einem Loch im Grund mit einer Plane als Sichtschutz außenherum. Es gibt wenig Büsche oder Möglichkeiten, sich zu verstecken und wenn, dann ist der Regenwald oft so dick, dass man gar nicht hineinkommt. Falls du dein Geschäft nicht im „bereitgestellten“ Loch verrichten willst, nimm eine Schaufel in die Hand und grabe selbst eines.

Links die Klozelte, rechts die Wohnzelte…

Meinen Erfahrungsbericht zur Dreitages-Rinjani-Tour findest du hier:

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